Masken

Maskengruppe WEIHERGEISTER Einzelfigur WEIHERMEISTER
urkundlich belegte Figur
Einzelfigur GUGGER von LOCH
urkundlich belegte Figur
Weihergeist Weihermeister Gugger
Maske:
Holzmaske aus Weymouths–Kiefern-Holz, erdfarben bemalt. In jede Maske sind Binsen geschnitzt, jede Maske hat ihren eigenen Charakter. Geschnitzt und bemalt wurden die Masken früher von Reinhold Schäle aus Gornhofen bei Ravensburg, heute von Jogi Weiß aus Ravensburg-Oberhofen.
Maske:
Die Maske, ebenfalls aus Weymouths-Kiefern-Holz geschnitzt, hat feine Gesichtszüge und einen erhabenen, gestrengen und abwertenden, ja herrischen Gesichtsausdruck gemäß seiner Stellung als Verwalter und Vorgesetzter in der damaligen Zeit.
Maske:
Die Maske, ebenfalls aus Weymouths-Kiefern-Holz geschnitzt, hat den Gesichtsausdruck eines "Untertanen". Bärtig, von Wind und Wetter sowie von der harten Arbeit und dem kargen Auskommen gezeichnet.
Häs:
zweigeteiltes "Blätzlehäs", sechsfarbig: fünf in Erdfarben gehalten, die sechste ist rot als Zeichen, dass wir aus einer "ehedem katholischen Gemeinde" kommen. An der Haube sind drei Schellen angebracht. Je Häs sind ca. 900 Blätzle einzeln aufgenäht.
Häs:
Häs und Hut sind dem ausgehenden Barock nachempfunden. Attribute sind ein aus Holz geschnitzter Gehstock mit geschnitzten, an einem Ring befestigten, Fischen. Am Gürtel ein ebenfalls aus Holz geschnitzter Schlüssel als Zeichen seiner Macht und Befugnis das "Wuhr" (das Wehr) der Weiher zu öffnen oder nicht.
Häs:
Das Häs ist ebenfalls einem Untertanen der damaligen Zeit nachempfunden. Attribut ist ein mit Stahlborsten versehener Besen mit dem zur damaligen Zeit am Wehr geputzt und gereinigt wurde.
Heimat der Weihergeister sind die Weiher auf der Gemarkung Weißensberg, von denen es früher sechs gab und heute nur noch zwei gibt. Die Weiher gehörten dem Heilig-Geist-Spital zu Lindau (B) und dienten rein der Fischzucht. Die WEIHERGEISTER sind vom Wesen her freundlich, hilfsbereit, hintergründig und verschmitzt. Mit ihrem Binsenwedel "stauben sie die Menschen ab". Der Weihermeister wurde vom Heilig-Geist-Spital zu Lindau (B) als Verwalter der Weiher zu Weißensberg eingesetzt. Er war dem Spital über alles, was die Weiher betraf, voll verantwortlich und verfügte deshalb auch über die erforderlichen Vollmachten. Die Pflichten und Rechte finden sich in den "Ordnungen, Instructiones und Eidespflichten des Weihermeisters des Lochweihers zu Weissensberg anno 1762". Der Gugger von Loch war der Gehilfe des Weihermeisters und führte die einfachen und körperlich schweren Arbeiten aus. Er war ein einfacher Mann und wohnte direkt am Weiher zu Loch um alles, was sich auf und um den Weiher ereignete, zu beobachten und dem Weihermeister zu melden. Der Ortsname LOCH ist die frühere Bezeichnung des heutigen Ortsteiles ROTHKREUZ und wird erstmals im Jahre 1430 urkundlich erwähnt.
siehe auch Geschichte der Weihergeister siehe auch: AUER, Rosmarie: Das Lindauer Hospital. 775 Jahre Fürsorge im Stadtviertel unter dem Schutz des Heiligen Geistes (= Historischer Verein Lindau e.V., Neujahrsblatt 51/2013, Weiler im Allgäu 2013, S. 88-92

Bemerkung
Die beiden Narrenfiguren WEIHERMEISTER und GUGGER von LOCH wurden, wie auch schon die Narrenfigur WEIHERGEISTER, von den Herren Jürgen Hohl und Reinhold Schäle aufgrund vorgelegter, z.T. historischer Unterlagen, entworfen und ausgeführt. Beiden gilt unserer aufrichtiger Dank.