Gugger

Gugger2Klar, dass der Weihermeister Helfer brauchte: Lehenbauern des Spital, Gehilfen, Taglöhner und vor allem den GUGGER.

Der GUGGER wohnte in LOCH, dem heutigen ROTHKREUZ.

1763 -es war die Zeit des Barock- wird er sogar namentlich genannt: Georg Köhler, genannt GUGGER in LOCH

Er musste ein besonders tüchtiger Mann gewesen sein - die rechte Hand des Weihermeister.

Ihm oblag:

  • das Mähen der Weiherränder;
  • das Freihalten von Wuhr, Stempfel und Rechen;


Beim Mähen, das erst nach St. Bartholomä (24. August) erfolgen durfte, musste er streng darauf achten, dass:

  • den Fischen und ihrer Nahrung kein Schaden geschehe;
  • kein Gras und Rohr in den Weiher gelange;
  • beim Ausroden des Gebüsches den Tannen auf dem Wuhr kein Schaden zugefügt werde;


Dafür durfte er Streue und Gras zum Trocknen auf dem Wuhr auslegen und behalten.

Seinem Obernamen zufolge, hatte er aber vor allem zu guggen:

  • auf die Wasserstände;
  • auf Fischdiebe, die sich mit Angeln und Reusen ähnlichen Hamen Tags oder Nachts zu schaffen machten;
  • ob zu viele Raubfische oder Schädlinge im Wasser seien;
  • er musste Fischotter abschaffen und Allenböcke, wie man hier zu Lande die Möwen nannte;
  • er durfte nicht zulassen, dass Flachs und Hanf im Weiher gewässert oder gerötzt und darob das Wasser faulig werde.


Bei andauernder Kälte beobachtete er, ob das flache Wasser zufriert. Denn dann mussten Luftlöcher für die Fische geschlagen werden. Bei Tauwetter, wenn Wasser die Eisdecke nach unten drückte, war die Gefahr des Erstickens am größten und das Löcher schlagen nicht ungefährlich.

Von allen seinen Beobachtungen musste der Gugger dem Weihermeister auf dem Oberhof unverzüglich Meldung machen. Besonders zur Laichzeit, wenn die Fische nahe ans Ufer kommen, ja sich sogar auf das Land hinaus begeben haben, soll er fleißige Sorge tragen, dass Niemands mit Rechen oder auf andere Weise die Fische hinaus ziehe und wegstehle. Laichfische und Laich dagegen waren zu sammeln und in spezielle Brutweiher -kleiner Lampertsweiler Weiher und Burgknobel Weiherle- zu transportieren.

Beim Abfischen sollte der Gugger die Gehilfen überwachen, Tag und Nacht aufpassen, dass kein Fisch wegpraktiziert werde. Dafür standen ihm als Gratifikation zwei fette Karpfen zu.

So hat man sich den GUGGER vorzustellen:
beim Abfischen steht er bis zu den Knien im Schlamm.
Mit dem Bären, dem Kescher, treibt er die in den Lachen stecken gebliebenen Fische dem Kessel vor dem Stempfel zu, wo er sie aus der schlammigen Brühe schöpft und in die auf Leiterwagen bereit stehenden Bottiche und Zuber wirft.

In gebührender Distanz steht der Herr Weihermeister. Er führt Buch und zählt: 986 Karpfen; 173 Hechte; eine gute Ernte !

Die Maske aus Weymouths Kiefern Holz geschnitzt, hat den Gesichtsausdruck eines "Untertanen". Bartig, von Wind und Wetter, sowie von der harten Arbeit und dem kargen Auskommen gezeichnet.
Das Häs ist einem Untertanen der damaligen Zeit nachempfunden.
Attribut ein mit Stahlborsten versehener Besen, mit dem zur damaligen Zeit am Wehr geputzt und gereinigt wurde.


BEMERKUNG

der Ortsname LOCH ist die frühere Bezeichnung des heutigen Ortsteiles ROTHKREUZ und wird erstmals im Jahre 1430 urkundlich erwähnt. Die Umbenennung in Rothkreuz erfolgt im Jahre 1929.